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Zwischen Blütenpracht und Pollenplage: Was tun bei Heuschnupfen?

4. April 2025

Wenn Augen tränen und die Nase läuft, ist oft eine Pollenallergie schuld. Doch mit der richtigen Behandlung muss der Frühling kein Albtraum sein.

  • Autor / Autorin Dr. med. Dr. phil. Zita-Rose Manjaly Thomas
  • Lesedauer ca. 5 Minuten
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Juckende Augen, triefende Nase, Niesattacken im Minutentakt – für Menschen mit Heuschnupfen beginnt mit dem Frühling eine herausfordernde Zeit. Rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung leidet an einer Pollenallergie – Tendenz steigend. Viele Betroffene greifen zur Selbstmedikation, doch das reicht nicht immer aus. 

Mehr als nur ein lästiger Schnupfen

Heuschnupfen gehört zu den häufigsten Allergien in der Schweiz. Ausgelöst wird er durch eigentlich harmlose Eiweisse in Pollen – meist von Gräsern, aber auch von Bäumen oder Kräutern. Reagiert das Immunsystem über, kommt es zu Entzündungen der Schleimhäute. Die Symptome reichen von tränenden Augen über Fliessschnupfen bis zu Hustenreiz oder gar Atemnot. Bleibt der Heuschnupfen unbehandelt, kann sich daraus in vielen Fällen ein allergisches Asthma entwickeln – Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten Etagenwechsel. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Abklärung und Therapie.

Diagnose durch Haut- oder Bluttest

Besteht ein Verdacht auf Heuschnupfen, erfolgt die Diagnose durch eine Kombination aus Anamnese und Testverfahren. «Entscheidend ist, dass die Beschwerden zur Pollensaison und zum Sensibilisierungsprofil passen», erklärt Dr. med. Esther Steveling, Co-Leiterin der Allergologie am Kantonsspital Aarau (KSA). Dies könne durch Hauttests oder eine Blutuntersuchung bestätigt werden. In seltenen Fällen werde auch ein Provokationstest durchgeführt.

Hier zeigt sich, worauf die Haut empfindlich reagiert – jeder Tropfen steht für ein mögliches Allergen.
Hier zeigt sich, worauf die Haut empfindlich reagiert – jeder Tropfen steht für ein mögliches Allergen.

Dreistufige Therapie – individuell abgestimmt

«Die Behandlung ruht auf drei Säulen», ergänzt Dr. med. Dr. phil. Zita-Rose Manjaly Thomas, ebenfalls Co-Leiterin der Allergologie am KSA. Erstens: Allergenvermeidung – etwa durch abendliches Duschen, geschlossene Fenster oder Pollenfilter. Zweitens: symptomatische Therapie mit Augentropfen, Nasensprays oder Antihistaminika. Und drittens: die allergenspezifische Immuntherapie. «Diese bekämpft die Ursache und kann langfristig helfen, die Beschwerden zu lindern», so Manjaly Thomas.

Immuntherapie – nicht für alle, aber oft wirksam

Bei mittelschweren bis schweren Formen von Heuschnupfen wird eine Immuntherapie in Betracht gezogen. Die Behandlung erfolgt entweder mit Tabletten, Tropfen oder durch Injektionen. Sie beginnt jeweils vor der Pollensaison und dauert in der Regel mehrere Jahre. «Die Erfolgsaussichten sind gut, auch wenn man keine vollumfängliche Heilung erwarten darf», sagt Steveling. «Wer vorher kaum arbeitsfähig war, kann mit der richtigen Therapie wieder einen Alltag mit hoher Lebensqualität führen.»

Wann sollte man zum Spezialisten gehen?

Nicht jede juckende Nase ist gleich ein Fall für die Allergologie. Wer jedoch über mehrere Wochen hinweg Symptome hat, die den Alltag einschränken oder sich trotz Medikamenten nicht bessern, sollte eine fachärztliche Abklärung in Betracht ziehen. Auch Kinder profitieren besonders von einer frühzeitigen Diagnose und Therapie.

Tipps für den Alltag

  • Pollenflug beachten (z. B. mit der App «Pollen-News»)
  • Abends duschen und Haare waschen
  • Kleider nicht im Schlafzimmer lagern
  • Wohnung regelmässig saugen (HEPA-Filter)
  • Pollenfilter im Auto und zu Hause verwenden
  • Sport bei hoher Pollenkonzentration lieber drinnen treiben
Allergologie am KSA: Expertise unter neuer Co-Leitung

Seit Januar 2025 leiten Dr. med. Esther Steveling und Dr. med. Dr phil. Zita-Rose Manjaly Thomas gemeinsam die Allergologie innerhalb der Abteilung Dermatologie und Allergologie am KSA. Beide sind Fachärztinnen für Innere Medizin, Allergologie und klinische Immunologie und verfügen über langjährige Erfahung im In- und Ausland. Gemeinsam mit ihrem Team bieten sie das gesamte Spektrum der allergologischen Diagnostik und Therapie an – von der Abklärung bis zur Immuntherapie. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten individuell zu begleiten und ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

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