
Das Kinderspital KSA Aarau hat eine neue Immunisierungs-Kampagne gegen das so genannte respiratorische Synzytial-Virus (RSV) gestartet. Die Kampagne zielt darauf ab, das Bewusstsein für die Risiken von RSV zu schärfen und die Verbreitung des Virus durch gezielte Immunisierungsmassnahmen zu reduzieren.
Was ist das respiratorische Synzytial-Virus (RSV)?
RSV ist ein weit verbreiteter Erreger von Atemwegsinfektionen und zirkuliert in der Schweiz jeweils während der Wintersaison zwischen November und April .
Insbesondere bei Säuglingen besteht das Risiko eines schweren Verlaufs mit der Entwicklung einer Bronchiolitis oder Lungenentzündung. In der Schweiz ist RSV während der Saison unter Säuglingen der häufigste Hospitalisationsgrund (durchschnittlich jeder 50. Säugling wird hospitalisiert). Über 80 % der hospitalisierten Kleinkinder waren zuvor gesund und termingeboren. Eine spezifische Therapie gegen RSV existiert leider noch nicht.
Warum ist die RSV-Immunisierung so bedeutend?
Die Immunisierung gegen das respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein wichtiger Schritt, um schwere Krankheitsverläufe bei Säuglingen zu verhindern. RSV kann in besonders schweren Fällen lebensbedrohlich werden. Säuglinge, die aufgrund von RSV erkranken, müssen oft mehrere Tage im Spital bleiben, bis sie wieder eigenständig trinken können und keine Sauerstofftherapie mehr benötigen.
Seit diesem Herbst ist der Antikörper Nirsevimab in der Schweiz für Säuglinge für eine sogeannte passiven Immunisierung verfügbar. Anders als bei der aktiven Immunisierung, bei der der Körper selbst Antikörper bildet, bietet die passive Immunisierung sofortigen Schutz, da die verabreichten Antikörper direkt wirken.
Nirsevimab ist ein Antikörper gegen RSV und schützt Säuglinge unmittelbar nach der Verabreichung vor einem schweren Verlauf einer RSV-Infektion für mindestens 5 Monate (d.h. eine ganze Saison). Nirsevimab ist in der Schweiz ab November 2024 erhältlich und wird von der obligatorischen Krankenversicherung ambulant wie auch stationär vergütet.