KSA Jahresbericht 2024
Fokus: Arbeiten am KSAWas uns ausmacht
Wir verstehen uns als attraktive Arbeitgeberin mit fortschrittlichen und familienfreundlichen Arbeitsbedingungen, die eine grosse Vielfalt an Aus- und Weiterbildungs- sowie individuellen Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Eine offene, transparente und faire Personalpolitik bedeutet uns sehr viel und auf Integrität und Chancengleichheit legen wir besonders grossen Wert. Die Gesundheit unserer Mitarbeitenden wird von uns aktiv gefördert und wir pflegen eine wertschätzende Unternehmenskultur.
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4717Mitarbeitende
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75aus verschiedenen Nationen
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448Lernende & Studierende
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370Assistenzärztinnen und -ärzte

Betriebliches Gesundheitsmanagement
Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ist am KSA ein strukturell fest verankerter Bestandteil einer nachhaltigen Unternehmenskultur. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) umfasst Massnahmen, die darauf abzielen, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden langfristig zu erhalten. Das KSA hat ein umfassendes BGM entwickelt und 2022 das Qualitätslabel «Friendly Work Space» erhalten – als eines der ersten grossen Kantonsspitäler in der Schweiz. Diese Auszeichnung verpflichtet das KSA, das BGM kontinuierlich weiterzuentwickeln und an die Bedürfnisse des Unternehmens anzupassen. Erfolgreiches BGM beginnt mit der Identifikation gesundheitlicher Herausforderungen im Unternehmen und der Einbeziehung von Mitarbeitenden und Führungskräften. So können gezielte Massnahmen entwickelt werden, um die Gesundheit zu fördern. Ein Beispiel: Mitarbeitende, die psychologische Unterstützung benötigen, können eine kostenlose Anlaufstelle für Hilfe bei psychischen und sozialen Belastungen in Anspruch nehmen.
Das KSA hat ausserdem ein Absenzenmanagement eingeführt, um die Ursachen für Abwesenheiten besser zu verstehen und Präventionsmassnahmen erarbeiten zu können. Im Jahr 2024 wurde die Betreuung von Mitarbeitenden mit längeren krankheits- oder unfallbedingten Abwesenheiten weiterentwickelt. Seit 2025 steht eine Fachexpertin für betriebliches Case Management zur Verfügung, die Mitarbeitende individuell begleitet, um die Rückkehr ans KSA in der bisherigen oder einer anderen Funktion zu ermöglichen.
Ein Highlight im Jahr 2024 war die KSA Medical Summer School. Ein herausragendes Ereignis für angehende Medizin- und Pflegestudierende. Rund 200 angehende Fachpersonen nutzten im August die Gelegenheit, wertvolle Einblicke in ihren zukünftigen Berufsalltag zu gewinnen. Bereits zum achten Mal fand die beliebte prämierte Veranstaltung statt und ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Personalmarketingstrategie des KSA.
Der erste Tag begann mit spannenden Fachvorträgen zu Themen wie interprofessioneller Zusammenarbeit zwischen Pflege und Ärztinnen und Ärzten, den Herausforderungen des Fachkräftemangels, Rechtsfällen aus dem Berufsalltag und Ernährungswissenschaften. Diese Inhalte ergänzen das Studium ideal, da sie praxisrelevant sind, aber im Studiumalltag nicht ausreichend behandelt werden. Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden ihr Wissen in praxisnahen Workshops vertiefen – von Lungenauskultation über Versorgungen einer Unterkieferfraktur bis hin zum Trachaelkanülenmanagement.
Der zweite Tag stand im Zeichen der direkten Einblicke in den Spitalsalltag. Die Medizinstudierenden begleiteten Ärztinnen und Ärzte bei deren Tätigkeiten, nahmen an Rapports und Konsilbesprechungen teil und erlebten hautnah den Klinikalltag. Sei es auf den Stationen, im Operationssaal oder Besprechungszimmer.
Die KSA Medical Summer School hat sich in den letzten Jahren als unverzichtbares Instrument des Bildungsmarketings etabliert. Sie bietet nicht nur eine wertvolle Gelegenheit, das KSA als attraktive Arbeitgeberin zu positionieren, sondern ermöglicht es den Studierenden auch, erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Die nächste Ausgabe ist bereits geplant und wird am 20. und 21. August 2025 stattfinden.
Social Media Recruiting – die neue Personalgewinnung von Talenten
Social Media ist nicht nur für Lernende und Studierende geeignet – viele Jobsuchende suchen mittlerweile ihre nächste Stelle über Social Media.
Das Stelleninserat 2.0.
Im Zuge des zunehmenden Fachkräftemangels gestaltet sich die Suche von Talenten immer schwieriger. Herkömmliche Jobinserate sind noch existent, werden aber immer mehr durch Formate mit Foto- und Videomaterial ersetzt. Zudem werden starre und mehrstufige Bewerbungsprozesse kritisiert. Gefragt sind rasche und dynamische Bewerbungsverfahren idealerweise mit Sekundenbewerbungen.
Suche nach Authentizität in Form von Videobotschaften
Wir werden überflutet von Informationen, von Fotos, Videos, News und von den unterschiedlichsten Inhalten, die wir in der Regel mit dem Smartphone oder mit unserem Tablet täglich 'konsumieren'. Unsere Aufmerksamkeit erhalten Inhalte, die uns in wenigen Sekunden begeistern und uns animieren weiterzuschauen.
Bewerbende und Interessenten suchen bei einem Arbeitgeber Authentizität; Authentizität im Berufsalltag oder mit Kolleginnen und Kollegen. Auch der Arbeitgeberspirit und die Sinnstiftung bei der Aufgabe sind gefragte Eigenschaften bei der Personalsuche. Personalgewinnungskampagnen bestehen in der Regel aus diesen Elementen.
Aufmerksamkeit wird mit Botschaften erzeugt und die Bewerbungseinreichung über dynamische Bewerbungslinks abgewickelt. Social Media Recruiting hat bei der Kantonsspital Aarau AG mittlerweile seinen festen Platz eingenommen. In über 40% unserer Rekrutierungsprojekte werden Talente über Social Media gesucht.

KSA betreibt Karriereförderung von Assistenzärztinnen
Am 8. März ist Weltfrauentag. Was Gleichheit und gesellschaftliche Teilhabe betrifft, sind Frauen in bestimmten Bereichen nach wie vor benachteiligt. Etwa in Sachen Karriere in der Medizin. Das Kantonsspital Aarau versucht gegenzusteuern.
Andreas Krebs
Laut Bundesamt für Gesundheit wurden im Jahr 2022 insgesamt 1209 eidgenössische Diplome in Humanmedizin erteilt – 60% davon an Frauen. Der Frauenanteil liegt damit seit mehr als zehn Jahren über dem der Männer. Bei den eidg. Weiterbildungstiteln beträgt der Frauenanteil 58%. Nichtsdestotrotz: In medizinischen Kaderpositionen sind die Frauen massiv untervertreten.
KSA unterstützt Karriereentwicklung von Assistenzärztinnen
Das Kantonsspital Aarau will dem entgegensteuern. Es schickt deshalb seit drei Jahren pro Jahr vier Assistenzärztinnen ans Programm «Aiming Higher» der Universität St. Gallen. Ziel dieses Programmes ist es, die jungen Ärztinnen gezielt zu fördern und noch besser auf eine Karriere in Spitälern vorzubereiten. Das KSA übernimmt dabei einen Grossteil der Kosten; zudem stellt es zeitliche Ressourcen zur Verfügung. Nebst den vier Assistenzärztinnen wirken auch vier Mentorinnen und ein Mentor des KSA Aarau am Programm mit. Sie begleiten die Teilnehmerinnen durchs Jahr, tauschen sich mit ihnen aus und geben ihre Erfahrungen weiter.
Eine der Mentorinnen ist Dr. med. Anna Wang, Oberärztin in der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie. Sie hat 2022 am ersten Aiming-Higher-Programm teilgenommen. «Highlights waren für mich die Präsenztrainings vor Ort, u.a. in Auftrittskompetenz. Unbezahlbar ist auch das Netzwerk, das ich durch das Programm aufbauen konnte», sagt sie. «Seither bin ich als Mentorin mit dabei, um meine Erfahrungen an jüngere Kolleginnen weiterzugeben und sie darin zu bestärken, ihren eigenen Weg zu gestalten.»
Familienplanung oder Facharztabschluss?
«Karriereprogramme für Frauen sind nötig», betont Wang. «Ab fünf Jahren nach dem Berufseintritt – etwa mit 30 bis 35 Jahren - steigen viele Frauen aus. Das ist zirka um den Facharztabschluss herum und korreliert mit dem Alter, wo die Familienplanung aktuell wird.» Zudem herrsche in vielen nach wie vor männerdominierten medizinischen Kreisen die Meinung vor, Frauen würden gar nicht Karriere machen wollen, sagt Assistenzärztin und Teilnehmerin des aktuellen Lehrgangs Lea Projer. «Das erschwert das Weiterkommen.» «Aiming Higher» könne dem Entgegensteuern, ist sie überzeugt. Denn das Programm fördere nicht nur die Teilnehmerinnen. «Es sensibilisiert auch die Arbeitskollegen und Chefärzte dafür, dass Frauen nach wie vor Nachteile bei der Karriere haben.»
Was die Teilnehmerinnen aus dem Kurs mitnehmen, sei sehr individuell, so Projer weiter. Für sie besonders wichtig seien neben dem Networking – «wir Frauen müssen zusammenstehen und uns gegenseitig unterstützen» - das Stärken der Resilienz sowie die Selbstreflexion und -entwicklung. Es gehe u.a. darum, sich die eigenen Stärken bewusst zu machen und diese auch auszusprechen. «Für Männer ist das selbstverständlicher.» Inspirierend seien auch die Kontakte mit Chefärztinnen und anderen erfolgreichen Berufsfrauen. «Sie geben wertvolle Tipps und zeigen, dass es ganz unterschiedliche Karrieremöglichkeiten gibt.»
Projer hat schon klare Vorstellungen für ihre Zukunft: Sie möchte Fachärztin Thoraxchirurgie werden, habilitieren und später vielleicht eine Klinik leiten. «Es ist wichtig einen groben Karriereplan zu verfolgen. Man sollte aber beim Abkommen von diesem Plan jederzeit bereit für Improvisation sein», sagt sie. Und Wang ergänzt: «Die Definition von Karriere ist für jeden anders, und das ist auch gut so. Wichtig ist, den eigenen Weg zu finden und die persönlichen Ziele mit Leidenschaft und Entschlossenheit zu erreichen.
